Ein übersichtlicher Lebenslauf gehört zu den wichtigsten Bestandteilen einer Bewerbung. Er zeigt auf einen Blick, welche Ausbildung, Berufserfahrung, Kenntnisse und Fähigkeiten Sie mitbringen.
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Informationen unterzubringen. Ihr Lebenslauf sollte vielmehr schnell erfassbar sein und die Angaben hervorheben, die für die gewünschte Stelle relevant sind.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie einen Lebenslauf sinnvoll strukturieren, welche Angaben hineingehören und welche unterschiedlichen Formen eines Lebenslaufs sinnvoll sein können.
Inhalt
- Was gehört in einen Lebenslauf?
- Tabellarischer und chronologischer Lebenslauf
- Persönliches Profil
- Fähigkeiten und Kompetenzen
- Kreativer Lebenslauf
- Lebenslauf für offene Bewerbungen und Netzwerke
- Europass-Lebenslauf
- Lücken und besondere Situationen
Der Lebenslauf ist ein zentraler Bestandteil Ihrer Bewerbung. Ergänzend erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie Sie ein Bewerbungsschreiben verfassen.
Was gehört in einen Lebenslauf?
Ein Lebenslauf fasst Ihren bisherigen beruflichen und schulischen Werdegang übersichtlich zusammen. Personalverantwortliche sollen möglichst schnell erkennen können, welche Erfahrungen und Qualifikationen Sie für eine Stelle mitbringen.
Typische Bestandteile sind:
- persönliche und Kontaktangaben
- Berufserfahrung
- Ausbildung und Studium
- Fort- und Weiterbildungen
- Sprachkenntnisse
- IT- und weitere Fachkenntnisse
- relevante Fähigkeiten und Kompetenzen
- gegebenenfalls ehrenamtliche Tätigkeiten, Projekte oder Publikationen
Konzentrieren Sie sich auf Informationen, die für Ihre Bewerbung tatsächlich einen Mehrwert bieten.
Persönliche Angaben
An erster Stelle stehen Ihr Name und Ihre Kontaktdaten. Dazu gehören insbesondere eine Telefonnummer und eine seriöse E-Mail-Adresse, unter denen Sie gut erreichbar sind.
Weitere persönliche Angaben können je nach Bewerbung und persönlicher Entscheidung ergänzt werden. Beschränken Sie sich dabei auf Informationen, die für den Bewerbungsprozess sinnvoll sind.
Berufserfahrung
Ihre Berufserfahrung gehört bei Bewerbern mit Berufspraxis meist zu den wichtigsten Abschnitten.
Nennen Sie für jede relevante Station:
- Zeitraum
- Position
- Unternehmen
- wesentliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten
- gegebenenfalls konkrete Ergebnisse oder Erfolge
Statt lediglich Aufgaben aufzuzählen, können Sie kurz zeigen, welchen Beitrag Sie geleistet haben.
Zum Beispiel:
„Koordination von Kundenanfragen und Terminplanung für ein fünfköpfiges Serviceteam.“
oder:
„Erstellung und Pflege von Excel-Auswertungen für die monatliche Vertriebsplanung.“
Ausbildung und Studium
Nennen Sie Ihre schulische und berufliche Ausbildung beziehungsweise Ihr Studium mit Zeitraum, Bildungseinrichtung und Abschluss.
Bei Berufseinsteigern können relevante Schwerpunkte, Praktika oder das Thema einer Abschlussarbeit zusätzlich interessant sein.
Mit zunehmender Berufserfahrung können ältere und weniger relevante Details deutlich kürzer dargestellt werden.
Fort- und Weiterbildungen
Führen Sie Kurse, Zertifikate und Weiterbildungen auf, wenn sie für die angestrebte Position relevant sind.
Eine lange Liste wenig relevanter Kurse macht den Lebenslauf nicht automatisch stärker. Wählen Sie deshalb gezielt aus.
Tabellarischer und chronologischer Lebenslauf
Für Bewerbungen wird häufig ein tabellarischer Lebenslauf verwendet. Die einzelnen Stationen werden übersichtlich nach Themen gegliedert.
Innerhalb der Abschnitte bietet sich meist eine umgekehrt chronologische Reihenfolge an: Die aktuellste oder letzte Tätigkeit steht zuerst, ältere Stationen folgen darunter.
Dadurch sehen Personalverantwortliche sofort, womit Sie sich zuletzt beschäftigt haben.
Eine mögliche Reihenfolge ist:
- Kontaktdaten
- persönliches Profil – optional
- Berufserfahrung
- Ausbildung oder Studium
- Weiterbildungen
- Kenntnisse und Fähigkeiten
- weitere relevante Aktivitäten
Persönliches Profil im Lebenslauf
Ein kurzes persönliches Profil kann sinnvoll sein, wenn Sie Ihre wichtigsten Qualifikationen und beruflichen Ziele bereits am Anfang zusammenfassen möchten.
Es sollte kurz bleiben und konkrete Informationen enthalten.
Zum Beispiel:
„Erfahrene Verwaltungsmitarbeiterin mit Schwerpunkt Büroorganisation, Terminplanung und Kundenkommunikation. Sicher im Umgang mit Microsoft Office und gewohnt, mehrere Aufgaben parallel zu koordinieren. Ich arbeite strukturiert, zuverlässig und gerne im Team.“
Vermeiden Sie allgemeine Aussagen wie:
„Ich bin motiviert, flexibel, zuverlässig und teamfähig.“
Solche Eigenschaften wirken überzeugender, wenn sie durch Erfahrung oder konkrete Beispiele nachvollziehbar werden.
Fähigkeiten und Kompetenzen
Unter Kenntnisse und Fähigkeiten können Sie beispielsweise aufführen:
- Sprachkenntnisse
- IT- und Softwarekenntnisse
- technische oder fachliche Kenntnisse
- Führerschein, wenn für die Stelle relevant
- weitere beruflich relevante Kompetenzen
Geben Sie nach Möglichkeit auch an, auf welchem Niveau Sie eine Fähigkeit beherrschen.
Statt „Französisch“ ist beispielsweise informativer:
„Französisch – sehr gute Kenntnisse in Wort und Schrift“
Bei Softwarekenntnissen können Sie ebenfalls konkret werden:
„Microsoft Excel – sehr gute Kenntnisse, einschließlich Pivot-Tabellen und Auswertungen“
Einen Lebenslauf auf die Stelle abstimmen
Verwenden Sie nicht für jede Bewerbung vollkommen unverändert denselben Lebenslauf.
Lesen Sie die Stellenanzeige sorgfältig und prüfen Sie:
- Welche Erfahrungen sind besonders relevant?
- Welche Kenntnisse werden ausdrücklich verlangt?
- Welche Ihrer bisherigen Aufgaben passen dazu?
- Welche Ergebnisse oder Projekte zeigen Ihre Eignung?
Sie sollten dabei keine Stationen verfälschen oder Daten verändern. Sie können jedoch entscheiden, welche relevanten Aufgaben und Erfahrungen Sie stärker hervorheben.
Wie lang sollte ein Lebenslauf sein?
Ein Lebenslauf sollte so ausführlich wie nötig und so übersichtlich wie möglich sein.
Bei vielen Bewerbungen sind ein bis zwei Seiten ausreichend. Bei umfangreicher Berufserfahrung, wissenschaftlichen Laufbahnen oder bestimmten Fachpositionen kann ein längerer Lebenslauf sinnvoll sein.
Wichtiger als eine starre Seitenzahl ist, dass jede Angabe einen nachvollziehbaren Zweck erfüllt.
Hobbys und Interessen
Hobbys sind kein Pflichtbestandteil eines Lebenslaufs.
Sie können sinnvoll sein, wenn sie etwas Relevantes über Sie zeigen oder einen Bezug zur Stelle haben. Ehrenamtliches Engagement, Vereinsarbeit oder besondere Projekte können beispielsweise interessante Zusatzinformationen liefern.
Verzichten Sie auf künstliche Interpretationen. Ein Hobby muss nicht beweisen, dass Sie automatisch teamfähig, kreativ oder belastbar sind.
Kreativer Lebenslauf
Ein kreativer Lebenslauf kann bei Tätigkeiten in Design, Medien, Kommunikation oder anderen kreativen Bereichen sinnvoll sein.
Dabei gilt jedoch: Gestaltung sollte den Inhalt unterstützen und nicht davon ablenken.
Achten Sie trotz eines individuellen Designs auf:
- gute Lesbarkeit
- klare Überschriften
- nachvollziehbare Zeitangaben
- eine übersichtliche Gliederung
- professionelle Kontaktdaten
Eine persönliche Website, ein Portfolio oder eine gut gestaltete Infografik kann bei bestimmten Berufen eine sinnvolle Ergänzung sein. Entscheidend ist, ob das Format zur Stelle und zum Unternehmen passt.
Lebenslauf für offene Bewerbungen und Netzwerke
Wenn Sie Ihren Lebenslauf nicht für eine konkrete Stellenausschreibung verwenden, sondern beispielsweise für eine Initiativbewerbung oder zur Weitergabe innerhalb Ihres beruflichen Netzwerks, sollte besonders deutlich werden, welche Art von Tätigkeit Sie suchen.
Ergänzen Sie beispielsweise ein kurzes Profil mit:
- gewünschtem Tätigkeitsbereich
- wichtigsten Erfahrungen
- fachlichen Schwerpunkten
- relevanten Fähigkeiten
Auch ein allgemeiner Lebenslauf sollte nicht beliebig wirken. Der Leser sollte schnell verstehen können, für welche Aufgaben oder Positionen Ihr Profil interessant ist.
Europass-Lebenslauf
Europass ist ein Angebot der Europäischen Union, mit dem Sie online ein persönliches Profil und einen Lebenslauf erstellen können.
Das Format kann insbesondere hilfreich sein, wenn Sie sich international bewerben oder Ihre Qualifikationen einheitlich darstellen möchten.
Auch bei einem Europass-Lebenslauf sollten Sie die Inhalte auf die jeweilige Bewerbung abstimmen. Eine standardisierte Gestaltung ersetzt keine Auswahl relevanter Informationen.
Lücken im Lebenslauf
Eine Zeit ohne Beschäftigung macht einen Lebenslauf nicht automatisch problematisch.
Versuchen Sie nicht, Zeiträume durch falsche Daten zu verbergen. Bleiben Sie bei allen Angaben korrekt und nachvollziehbar.
Je nach Situation können Sie einen Zeitraum knapp benennen, beispielsweise:
- berufliche Neuorientierung
- Weiterbildung
- Elternzeit
- Pflege eines Angehörigen
- Arbeitssuche
- Auslandsaufenthalt
Sie müssen nicht jede persönliche Einzelheit erläutern. Entscheidend ist, dass Ihr Lebenslauf insgesamt nachvollziehbar bleibt.
Nicht abgeschlossene Ausbildung oder Studium
Auch eine nicht abgeschlossene Ausbildung oder ein nicht abgeschlossenes Studium kann relevant sein.
Sie können beispielsweise Zeitraum, Studiengang oder Ausbildungsrichtung nennen, ohne einen Abschluss zu behaupten.
Konzentrieren Sie sich anschließend darauf, welche Kenntnisse oder Erfahrungen Sie aus dieser Zeit mitgenommen haben, sofern diese für die gewünschte Stelle relevant sind.
Häufige Stellenwechsel
Mehrere kurze Beschäftigungen müssen nicht automatisch negativ sein.
Wichtig ist, dass Ihr beruflicher Weg nachvollziehbar dargestellt wird. Bei Projektarbeit, befristeten Tätigkeiten oder freiberuflicher Arbeit kann es sinnvoll sein, zusammengehörige Einsätze strukturiert darzustellen.
Versuchen Sie nicht, Stellenwechsel künstlich zu rechtfertigen. Zeigen Sie stattdessen, welche Erfahrungen Sie gesammelt haben und warum Ihre aktuelle Bewerbung zu Ihrem weiteren beruflichen Weg passt.
Wenn Sie nicht alle Anforderungen erfüllen
Stellenanzeigen beschreiben häufig ein gewünschtes Profil. Prüfen Sie deshalb genau, welche Anforderungen unverzichtbar sind und bei welchen Punkten vergleichbare Erfahrungen oder übertragbare Fähigkeiten relevant sein können.
Fragen Sie sich:
- Welche Anforderungen erfülle ich bereits?
- Welche vergleichbaren Erfahrungen bringe ich mit?
- Welche Kenntnisse kann ich kurzfristig erweitern?
- Welche meiner bisherigen Fähigkeiten lassen sich auf die neue Aufgabe übertragen?
Bei Berufen mit vorgeschriebenen Qualifikationen oder gesetzlichen Zulassungsvoraussetzungen müssen diese Anforderungen selbstverständlich erfüllt sein.
Gesundheit, Behinderung und persönliche Angaben
Ein Lebenslauf sollte sich grundsätzlich auf Informationen konzentrieren, die für Ausbildung, Berufserfahrung und die angestrebte Tätigkeit relevant sind.
Gesundheitsdaten oder eine Krankengeschichte gehören nicht routinemäßig in einen Lebenslauf. Auch eine Schwangerschaft müssen Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen nicht angeben.
Wenn Sie bei einer konkreten Tätigkeit unsicher sind, welche gesundheitlichen oder rechtlichen Anforderungen tatsächlich gelten, sollten Sie sich individuell beraten lassen.
Schwangerschaft und Bewerbung
Eine Schwangerschaft muss in Bewerbungsunterlagen nicht angegeben werden. Entscheidend für Ihren Lebenslauf sind Ihre Qualifikationen, Erfahrungen und die Angaben, die für die gewünschte Tätigkeit relevant sind.
Vermeiden Sie deshalb Spekulationen darüber, ob Sie eine Schwangerschaft freiwillig erwähnen sollten, nur weil sie möglicherweise sichtbar sein könnte.
Den Lebenslauf abschließend prüfen
Lesen Sie Ihren Lebenslauf vor dem Versenden sorgfältig durch.
Kontrollieren Sie insbesondere:
- Rechtschreibung und Grammatik
- richtige Kontaktdaten
- einheitliche Datumsangaben
- nachvollziehbare Zeiträume
- einheitliche Formatierung
- Relevanz der aufgeführten Informationen
Lassen Sie den Lebenslauf nach Möglichkeit von einer zweiten Person gegenlesen. Gerade bei einem Dokument, das Sie selbst mehrfach überarbeitet haben, werden kleine Fehler leicht übersehen.
Ein überzeugender Lebenslauf muss nicht außergewöhnlich sein. Er sollte vor allem korrekt, übersichtlich, relevant und leicht verständlich sein.
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